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Psychographie – die drei Persönlichkeitstypen

Beziehungstyp
Der Mensch mit viel Gefühl

Lebendig attraktive Ausstrahlung - große Augen - gewinnendes Lächeln - aufrechte, dekorative Haltung mit ein wenig hochgezogenen Schultern - eleganter, rascher, beschwingter Gang - anmutige Gesten - geschmackvoll, modisch auffallende Kleidung - sehr akzentuierte gefühlsbetonte Sprache, mit der er seine Phantasie ausdrückt und bisweilen zur Übertreibung neigt - helle, klare, melodisch anziehende Stimme - in Beziehungen emotional verführerisch und kommunikativ - sein innerer Antreiber sagt ihm: "Sei stark! , Sei kontrolliert! , Mach's anderen recht!"

Wenn Sie den Beziehungstyp in eine Schublade packen wollen, wird er lautstark protestieren. Sein Einfühlungsvermögen, sein schauspielerisches Naturtalent und seine Abneigung gegen verbindliche Festlegungen wird ihn von überschwänglich bis frostig, von herzlich bis zurückhaltend, von einladend bis abweisend erscheinen lassen.

Eine Beziehungstyp versteht es, sich durch Stimme, Mimik, Gestik gewinnend und wirkungsvoll in Szene zu setzen.

Ist die Selbstdarstellung auch zuweilen überzogen, langweilig ist sie selten. Seine Gefühle kann er bisweilen frisieren, wenn er will oder es die Situation verlangt.

Geht es einem Beziehungstyp schlecht, ist meist nicht mehr viel übrig von seinem gewinnenden Verhalten. Er zeigt sich dann angespannt, ehrgeizig, kühl und kontrolliert. Fühlt er sich wieder wohl, ist er wie ausgewechselt. Also, Vorsicht! Er kann seine starken Gefühle von einem Moment zum anderen total verändern.

Ein mitfühlender, kontakt- und beziehungsfreudiger Beziehungstyp kann, wenn es einem anderen schlecht geht, sofort alles fallen lassen und kommt als Retter daher. Er arbeitet gern im Team und sorgt für eine lockere freundliche Atmosphäre. Ist die Arbeit für ihn attraktiv, macht er sie gern. Handeln ist für ihn dann kein Problem. Ein Beziehungstyp verkauft sich einfach exzellent samt seinen Emotionen. Den Beziehungsfaden zum anderen will er nicht abreißen lassen. So gern wie er Komplimente kassiert, verteilt er auch welche und zwar genau solche, die man gerade hören will.

Achtung! Mit zwei Verhaltensweisen verletzen Sie einen Beziehungstypen abgrundtief. Erstens, wenn Sie ihn für dumm halten, egal ob direkt oder indirekt. Zweitens, wenn Sie zu ihm den Beziehungsfaden auch nur für kurze Zeit abschneiden. Das trifft auf sein Urtrauma des Ungeliebtseins und der Gefühlskälte, die er schmerzlich als Kind erfahren hat. So ist auch zu erklären, wieso er sich in Gruppen, Gemeinschaften, Großfamilien besonders wohl und sicher fühlt.

Vermeiden Sie am besten Missverständnisse, indem Sie seine Intelligenz und seinen Sachverstand schätzen. Das sind seine Schlüsselfähigkeiten, hier hat er seine Ressourcen.

Sachtyp
Ein Denker und Genießer

Gesicht ernst, beobachtend, nachdenklich - lächelt manchmal verschmitzt - wirkt kindlich bis lieb - steht locker und unruhig mit hängenden Schultern - lasche unkontrollierte Gestik - schlendernder, nachlässiger, langsamer Gang - undeutliche, weitschweifige, sachliche Sprache - leise, tiefe, monotone Stimme - konfliktscheu, verharmlosend manchmal cholerisch - seine Stärke ist das Denken - sein innerer Antreiber fordert: "Streng dich an! Sei vorsichtig!"

Der Sachtyp umgibt sich mit einem intellektuellen Flair, in dem er selbstvergessen ständig die Gedanken kreisen lässt. Dabei bleiben seine Gefühle auf der Strecke, was ein sensibler Beziehungstyp natürlich sofort spürt und einen umtriebigen Handlungstypen unruhig macht.

Sachtypen wollen interessant sein, aber um andere zu faszinieren, fehlt ihnen oft der entsprechende Elan. Spüren sie Desinteresse, geht ihr Selbstbewusstsein gründlich baden. Andererseits haben Sie eine Begabung , sich in die Opferrolle zu manövrieren.

In Auseinandersetzungen kann ein Sachtyp viel schlucken. Achtung! Er explodiert erst, wenn keiner mehr damit rechnet. Der Sachtyp kann sein betont vernünftiges Sprechen und sein distanziertes Verhalten dafür einsetzen, dass er unverbindlich bleibt, nicht zur Sache kommt, nicht handelt und keine Verantwortung übernehmen muss.

Sachtypen finden sich z .B. als schattenhafte Ehepartner, die sehr angepasst und anhänglich sind, harmoniebedürftig und zuweilen auch langweilig.

Im Gespräch weiß man lange Zeit nicht, woran man bei einem Sachtyp ist, so regungslos sind seine Züge. Er wirkt kühl und distanziert, aber das ist ein Irrtum. Innerlich schwingt alles in ihm mit und geht ihm sehr zu Herzen. An allem, was zurückhaltend, gefühlvoll und edelmütig ist, nimmt er rührend Anteil.

Mit seiner Sachlichkeit kann er sein Gegenüber schon mal auf die Palme treiben.

Hat er viel zu tun, fühlt sich der Sachtyp total überfordert und reagiert übellaunig. Grundsätzlich liebt er es behaglich, will seine Bequemlichkeit und lässt schon mal gern andere für sich arbeiten. Was dringend erledigt werden muss, schiebt er vor sich her.

Soll er seine Gefühle ausdrücken, bringt er meist kein Wort heraus. Wenn man mit ihm über seine Probleme spricht, hilft ihm das wenig. Sie werden für ihn eher noch bedrohlicher und es geht im schlechter als vorher.

Komplimente, die seinen Persönlichkeitsbereich Erkennen betreffen, hört er immer gern, und seine schnelle Auffassungsgabe, sein flexibles Denken , seine geistige Unbestechlichkeit, sein Witz und trockener Humor sind ja auch Spitze.

Aber bitte, bloß keine Kritik!

Handlungstyp
Ein Energiebündel mit Herz

Aktiv und tüchtig - liebt Ordnung und Sauberkeit - hat kräftige Gesichtszüge, die Entschlossenheit und Energie ausdrücken - lacht offen - steht fest mit zurückgezogenen Schultern - geht kraftvoll vorwärtsstrebend - spricht deutlich anweisend oft mit erhobenem Zeigefinger - liebt solide konservative Kleidung - verhält sich in Beziehungen verantwortungsvoll, kameradschaftlich, hilfsbereit aber einschränkend - hört auf seinen inneren Antreiber, der ihm stets sagt: "Sei perfekt!" - "Mach es perfekt!"

An Selbstsicherheit und Autorität übertrifft er einfach alle. Loben Sie ihn, winkt er ab. Er weiß einfach, dass er gut ist. Pflichterfüllung schreibt er groß. Dabei verlangt er sich selbst viel ab und übergeht großzügig eigene Bedürfnisse. Genießen ist ihm ziemlich fremd.

Der Handlungstyp ist kein Machtmensch, aber er versteht es schon, seine natürliche Autorität genau so zu nutzen, um durchzusetzen, was er für richtig hält - für sich und andere gleich mit. Mit seiner lauten und kräftigen Stimme hat er immer etwas zu sagen und das unterstreicht er dann mit seinem erhobenen Zeigefinger. Wer will da wiedersprechen?

Der Handlungstyp ist Realist. Er will einfach nur o.k. sein - gemocht und respektiert. Da er weiß, wo es langgeht und sich handelnd durchs Leben schlägt, übernimmt er gern die Führung privat und im Job. Energiegeladen kommt er daher und packt zu, wenn alle anderen noch lange überlegen, wie das geht.

Im Umgang mit anderen Menschen ist er kameradschaftlich, fair und einfühlsam, geht aber immer davon aus, dass er recht hat. Kinder und Tiere können schnell sein Herz erobern.

Ob ER oder SIE - ein Handlungstyp ist handwerklich geschickt. Haus und Hof und Auto sind immer in Top-Zustand und man fragt sich, wie er das bei aller Arbeit auch noch schafft.

Unter normalen Umständen weiß ein Handlungstyp immer genau, was er will. Geht es ihm aber schlecht, läuft buchstäblich gar nichts mehr. Er ist total blockiert.

In Konflikten wird der Handlungstyp kaum blindlings losstreiten. Im Zorn vermeidet er die direkte Konfrontation. Eher geht er mit zusammengepressten Lippen aus dem Raum oder wechselt das Thema. Schließlich will er das Heft des Handelns in der Hand behalten und im Recht ist er ja sowieso.

Ein Handlungstyp wird nicht krank. Sein Körper hat einfach fit zu sein, und er kann erstaunlich lange Raubbau betreiben und seine Schwächen überspielen, bis er plötzlich ohne Vorwarnung einen Herzinfarkt erleidet.



Psychographie – die drei Persönlichkeitstypen

Dr. Dietmar Friedmann, Psychotherapeut und Psychotherapieentwickler, Lehrtherapeut und Buchautor, hat das Modell der Psychographie entwickelt, das grundlegend ist für die Arbeitsweise in der Integrierten Lösungsorientierten Psychotherapie, weil es die Therapie und Beratung passgenau und damit sehr wirksam für den einzelnen Klienten macht.

Er geht von der Beobachtung aus, dass sich jeder Mensch von Kindheit an entweder auf Fühlen, Denken oder Handeln spezialisiert. Der Beziehungstyp hat das Fühlen, der Sachtyp das Denken und der Handlungstyp das Wollen und Machen aufgrund defizitärer Erfahrungen unbewusst zu seinem ganz persönlichen dominierendem Lebenskonzept gemacht.

Wenn man Menschen sehr genau beobachtet, so zeigt immer wieder die Erfahrung: Jeder Mensch kennt sich in einem dieser drei eigengesetzlichen Lebensbereiche besonders gut aus, hier ist er ein echter Profi. Hier ist ihm alles vertraut, hier fühlt er sich sicher und von hier aus versucht er immer wieder alle Lebenssituationen zu meistern.

Der Beziehungstyp geht spontan von seinen Gefühlen aus, der Sachtyp denkt erst einmal nach und der Handlungstyp krempelt sofort seine Ärmel hoch und packt zu. Passt die Situation ist alles klar. Wenn nicht, bekommt der jeweilige Typ Probleme, weil er unangemessen reagiert, und in Stresssituationen die Dinge noch verschlimmert.

Ist Klarheit, Sachlichkeit und Verstand gefragt, tut sich der Beziehungstyp schwer, ist praktisches Handeln gefragt, "hängt" der Sachtyp durch und wäre es der Situation angemessen seine Gefühle zu zeigen und auf seine Bedürfnisse zu hören, geht der Handlungstyp umtriebig darüber hinweg.

Würde der Beziehungstyp seine Schlüsselfähigkeiten entwickeln, also seinen Intellekt, seine Beobachtungsgabe und seinen Verstand ausbauen, würde der Sachtyp mehr Tatkraft und Entscheidungsfreudigkeit entwickeln und der Handlungstyp einfach auch mal nur genießen und seinen Gefühlen folgen, spontan sein, dann würde jeder von ihnen besser das Leben meistern, an Lebensqualität und Ausstrahlung gewinnen.